< Respektvoller Umgang mit Menschen weltweit
06.01.2016

„Es ist bewegend zu sehen, wie ihr das Gesicht dieses Landes schöner macht“

Bundespräsident Joachim Gauck empfängt 40 Sternsinger aus dem Erzbistum Paderborn.


Pünktlich zum Dreikönigsfest am 6. Januar besuchten die Sternsinger Bundespräsident Joachim Gauck in Berlin. 40 Sternsinger aus dem Erzbistum Paderborn vertraten dabei alle Mädchen und Jungen, die rund um den Jahreswechsel Spenden für Not leidende Kinder in aller Welt sammeln. Foto: Ralf Adloff / Kindermissionswerk

Drei Sternsinger, Rieke (15), Max (10) und Judith (14), haben symbolisch an das Schlossportal angeklopft und Rieke schrieb anschließend den Segen ans Schlossportal. Max erklärt: „Christus mansionem benedicat. Das heißt: Christus segne dieses Haus, auch im Jahr 2016.“ Foto: Ralf Adloff / Kindermissionswerk

Pünktlich zum Dreikönigsfest am 6. Januar, besuchten die Sternsinger Bundespräsident Joachim Gauck in Berlin. Foto: Ralf Adloff / Kindermissionswerk

Berlin. Was für eine Kulisse: Durch den Schnee zogen heute 40 Sternsinger aus dem Erzbistum Paderborn, um den Segen zum Schloss Bellevue zu bringen. Pünktlich zum Dreikönigsfest am 6. Januar begrüßten Bundespräsident Joachim Gauck und seine Lebensgefährtin Daniela Schadt vor dem Amtssitz die kleinen und großen Könige aus den Pfarrgemeinden St. Franziskus Xaverius in Dortmund und St. Heinrich aus Schloß Holte Stukenbrock-Sende.

„Ich danke euch für euren Besuch. Wofür ich aber besonders danke, das ist eurer Einsatz. Und wenn ich euch danke, dann danke ich allen Sternsingern in Deutschland“, lobte der Bundespräsident das Engagement der Kinder und Jugendlichen, die wie 330.000 andere Sternsinger in diesen Tagen bundesweit unterwegs sind. Eine besondere Aufgabe hatten Rieke (15), Max (10) und Judith (14) übernommen. Zum Auftakt des Empfangs trugen sie den Segensspruch der Sternsinger vor und schrieben mit Kreide den Segen „20*C+M+B+16 – Christus segne dieses Haus“ an das große Portal von Schloss Bellevue. „Könige gehören ins Schloss“, lud der Bundespräsident die Sternsinger  anschließend in seinen Amtssitz ein.

„Weiten unseren Blick, öffnen unser Herz"

In dem Saal, wo sonst Staatsgäste aus aller Welt empfangen werden, würdigte er den Einsatz der kleinen und großen Könige. „Ihr habt eine besonders sinnvolle Aufgabe. Ihr sammelt Geld für Kinder in aller Welt, denen es viel, viel schlechter geht als uns“, so Gauck.  Er griff in seiner Ansprache das Motto der Sternsinger „Segen bringen, Segen sein“ auf. „In dem Moment, wo wir selber ein Segen seien wollen, weiten wir unseren Blick und öffnen unser Herz und sehen, dass da draußen um uns herum etwas zu tun ist. Da ist etwas, da sind Aufgaben für uns, und denen wenden wir uns zu. Manchmal ist das vor unserer Haustür und manchmal ist das draußen in der weiten Welt, wo Unglück, Not und Krieg herrschen“, so Gauck zu den Jungen und Mädchen. „Respekt für dich, für mich, für andere – in Bolivien und weltweit“ ist das Motto der 58. Aktion Dreikönigssingen. Das stellten die Kinder ebenso wie ihr Heimatbistum Paderborn in kurzen Anspielen dem Bundespräsidenten vor.

Der Bundespräses des Bundes der Deutschen Katholischen Jugend (BDKJ), Dirk Bingener, der gemeinsam mit Prälat Dr. Klaus Krämer, Präsident des Kindermissionswerks „Die Sternsinger“, die Jungen und Mädchen begleitete, dankte dem Präsidenten für seine Worte an die Sternsinger.  „Die Sternsinger wollen ihnen am heutigen Tag ihren Respekt erweisen und mit ihnen allen Bürgerinnen und Bürgern dieses Landes, allen, die sie in diesen Tagen besuchen werden. Besonders auch den Menschen, die in den vergangenen Wochen und Monaten zu uns geflohen sind, die bei uns Schutz suchen. Denn jedem Menschen gilt unser Respekt, einfach weil er ein Mensch ist“, so Bingener.

„Es ist bewegend zu sehen, wie ihr das Gesicht dieses Landes schöner macht“, sagte Gauck, der sich sichtlich über den Besuch der Sternsinger freute, anschließend. „Wir wollen alles tun, damit wir ein gastfreundliches Land sind. Ihr helft den Erwachsenen dabei, die Lasten, die damit verbunden sind, zu tragen“, so Gauck weiter. Mit seiner persönlichen Spende für das Dreikönigssingen unterstützt Bundespräsident Gauck ein Kinderdorf in Bolivien, in dem Mädchen und Jungen betreut werden, deren Eltern im Gefängnis sitzen.

Im Anschluss an den offiziellen Teil des Empfangs nahmen sich Bundespräsident Gauck und Daniela Schadt noch viel Zeit für die persönlichen Fragen der Jungen und Mädchen und für Erinnerungsfotos aus dem Schloss Bellevue.

Bundespräsident Gauck empfing zum vierten Mal Sternsinger in seinem Amtssitz. Anfang 2013 hatte er Könige aus dem Bistum Mainz begrüßt, im Januar 2014 waren Sternsinger aus dem Bistum Würzburg und 2015 Mädchen und Jungen aus dem Erzbistum Köln zu Gast.

Rund 948 Millionen Euro, rund 68.600 Projekte

Träger der Aktion Dreikönigssingen sind das Kindermissionswerk „Die Sternsinger“ und der Bund der Deutschen Katholischen Jugend (BDKJ). Seit ihrem Start 1959 hat sich die Aktion zur weltweit größten Solidaritätsaktion von Kindern für Kinder entwickelt. Rund 948 Millionen Euro wurden seither gesammelt, rund 68.600 Projekte und Hilfsprogramme für Kinder in Afrika, Lateinamerika, Asien, Ozeanien und Osteuropa unterstützt. Bei der 57. Aktion zum Jahresbeginn 2015 hatten die Mädchen und Jungen aus 10.515 Pfarrgemeinden, Schulen und Kindergärten mehr als 45,5 Millionen Euro gesammelt. Mit den Mitteln fördert die Aktion Dreikönigssingen weltweit Projekte in den Bereichen Bildung, Gesundheit, Pastoral, Ernährung, soziale Integration und Rehabilitation sowie Nothilfe.


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